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Messegeschichte

10 Jahrzehnte Messegeschichte

1906 – 1916
Graz zur Kaiserzeit: Keine einhundert Jahre ist es her, dass die Festung am Schlossberg durch die Franzosen geschliffen wurde und das Gebäude der Karl-Franzens-Universität ist gerade einmal 15 Jahre alt. Die österreichische Erstaufführung der „Salome“ unter Komponist und Dirigent Richard Strauss begeistert die Besucher der Grazer Oper und in der Industriehalle öffnet am 30. September  1906 die 1. Grazer Messe als Muster- und Warenschau ihre Tore. Der Grundstein zu einer einzigartigen, 100-jährigen Geschichte des Messestandortes Graz war gelegt und die Stadt entwickelte sich in der Folge zur wirtschaftlichen Drehscheibe im Südosten Österreichs. Auch Sport-Sponsoring war in dieser Zeit für die Grazer Messe schon ein Thema. Im Jahr 1913  feierte der GAK mit dem Gewinn des „Silberpokals der Grazer Messe“ seinen ersten Titel. Doch die Freude währte nur kurz. Denn in der Folge mussten die Athletiker um ihr neues Stadiongelände zittern, da aus Mangel an Nahrungsmitteln die Umwandlung des Fußballrasens in einen Kartoffelacker heftig diskutiert wurde...

1916 – 1926
Drei Jahre nach dem ersten Weltkrieg schöpften die Bürger der Landeshauptstadt wieder Hoffnung und hoben 1921 die erste Messe der Nachkriegszeit aus der Taufe. In der Folge entwickelte sich die Grazer Messe zu einem richtigen Volksfest. Im Mittelpunkt standen die Themenhallen: Lebensmittelhalle, Weinhalle, Fremdenverkehrshalle, Milchhalle, Erfinderhalle und Bierhalle zogen Jahr für Jahr abertausende Besucher in ihren Bann.
Mit dem Erfolg wird die Grazer Messe zum Leitprojekt der Wirtschaftspolitik. Der Schilling löste 1924 die Krone ab und schon damals war die Währungsumstellung schwierig. Hatte ein Laib Brot davor noch 6.000 Kronen gekostet, so waren es jetzt nur noch 60 Groschen.

1926 - 1936
Im Jahr 1928 gab es erstmals zur Grazer Messe eine Sonderausstellung. Aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Landeshauptstadt wurde eine „Energiewirtschafts-Ausstellung“ gezeigt. Bundeskanzler Ignaz Seipel ist persönlich gekommen um die Bedeutung der Messe für die künftigen Handelsbeziehungen in den Südosten hervorzuheben.
Innovation und Vergnügen gehörten schon damals zu den wesentlichen Kernpunkten des Messegeschehens. Der Vergnügungspark entwickelt sich zum Zentrum der Messeunterhalten, während im Hallenbereich mit dem Segel-Schulflugzeug  „Konrad“ im Jahr 1931 für die damals abenteuerliche Fliegerei geworben wurde.

1936 – 1946
In dieser Dekade brachen dunkle Zeiten für unser Land an. Im September 1938 fand unter der Fahne des Nationalsozialismus die letzte Grazer Herbstmesse statt. In der Folge wurde es auch am Grazer Messegelände finster, in den Kriegsjahren wurde ein Teil der Gebäude und Ausstattung zerstört. Die Welt war eine andere geworden. Während die Welt im Krieg versinkt wird in den USA die Atombombe entwickelt und das erste McDonald´s Restaurant eröffnet. Fürwahr unbegrenzte Möglichkeiten, die sich für die Grazer Messe erst wieder im Jahr 1948 ergeben sollten.

1946 – 1956
Am 8. März 1948 fassten beherzte Männer und Frauen unserer Stadt den Beschuss, die Grazer Messe wieder aufleben zu lassen. Die Industriehalle war zerstört und nach intensiven Aufräumungs- und Instandsetzungsarbeiten konnte nach zehnjähriger Pause im Oktober desselben Jahres die 1. Grazer Herbstmesse nach dem zweiten Weltkrieg veranstaltet werden. „Die Messe solle ein Beweis sein, dass die österreichische Produktion sich der friedensmäßigen Qualität nähert , aber auch ein Beweis für den Aufbauwillen der österreichischen Wirtschaft sein.“, schrieb der damalige Vorstand der Grazer Messe r. GmbH. in die Einladung. Am 13. September 1952 wurde im Rahmen der Plakatwertungsaktion 1952 des Amtes für Kultur und Volksbildung in Wien das Plakat der Grazer Messe (Entwurf Atelier „Der Kreis“) zum besten Plakat des Monats August ausgezeichnet.

1956 – 1966
In diesem Jahrzehnt konnte die Grazer Messe ihre Internationalität voll entfalten. Besucher, wie Aussteller kamen nun auch aus Deutschland, Italien, Jugoslawien und den Staaten des Balkan. Diese Entwicklung machte auch eine Professionalisierung der Organisationsstrukturen notwendig und die Messe wurde über ihre Aufgabe einer Wirtschaftsplattform hinaus auch zum Bindeglied der europäischen Völkerverständigung. 1962 wurde mit dem Puch 500 eines der Symbole der österreichischen Nachkriegswirtschaft stolz auf der Grazer Messe präsentiert. 20 PS, Faltdach, Platz für vier Personen – und mit etwas Glück auch noch knallrot. Radiostar Rosemarie Isopp präsentierte 1964 ihre Sendung „Autofahrer unterwegs“ live auf der Grazer Messe. Eine Sensation, die alleine an diesem Tag 45.000 Besucher auf das Messegelände lockte.

1966 – 1976
In der Zeit des Wirtschaftswunders wird die Grazer Messe von Besuchern überschwemmt. Hunderte Aussteller zeigen ihre Produktneuheiten und von Spielwaren über Haushaltsgeräte und Textilien sieht man die neuesten Errungenschaften der Konsumgesellschaft. In einer zeit, wo Produkt-Entwicklungszyklen noch in Jahren gemessen wurden, statt in Monaten war die Präsentation einer „Geschirrspülmaschine von Miele“ schon eine beachtliche Zeitungsmeldung wert, auch wenn der Redakteur der damaligen NZ den Preis von 14.000 Schilling monierte. Wohlgemerkt am 30. April 1967 – einer Zeit, in der man um 2,- Schilling noch eine dicke Extrawurstsemmel beim Kaufmann bekam und das Stollwerk um nur 10 Groschen die Zahngesundheit der Kinder bedrohte. Auch die Blütezeit der legendären Messedurchsagen wie „Schwammerl bitte melden“ fällt in dieses Jahrzehnt.

1976 – 1986
Rund um die Publikumsmessen im Frühjahr und Herbst jedes Jahres kommt Bewegung. Die Konzepte für die Häuslbauermesse und die in den 80ern so beliebte Modellbau-Messe werden entwickelt. Das Thema der Fachmessen wird erstmals wirklich aufgegriffen und die Grazer Messe bekommt damit völlig neue Betätigungsfelder. Der Blick der Grazer Messe beginnt sich auf die Zukunft zu konzentrieren und die Entwicklung von Unterhaltungselektronik beginnt sich immer schneller zu drehen. Der Vergnügungspark wird zur Partymeile und die Grazer Messe zunehmend auch zu einem gastronomischen und gesellschaftlichen Ereignis.

1986 – 1996
Die Zeit der Weichenstellungen auf der Grazer Messe beginnt. Die klassischen Publikumsmessen verzeichnen nach und nach Besucherrückgänge und die Entwicklung neuer Fachthemenkonzepte beginnt. Sehr bald sollten Management und Eigentümer vor wesentlichen Entscheidungen über die Zukunft der Grazer Messe stehen. Ein klares Bekenntnis zum Standort und zur Entwicklung neuer Messekonzepte verlangt ein Zusammenrücken aller Kräfte. Die Zeit des radikalen Umbruchs steht vor der Tür. Der die Bandbreite der Diskussionen reicht von der Neuerrichtung einer Stadthalle bis hin zur völligen Absiedelung aus dem Stadtgebiet.

1996 – 2006
Ein Kraftakt ohne Beispiel verleiht der Grazer Messe ein neues Antlitz. Die Grazer Stadthalle wird als Monumentalbau zeitgemäßer Architektur errichtet. 11.300 Kubikmeter Beton werden verbaut und 350.000 Laufmeter Kabel verlegt. Weltstars wie Simply Red, David Copperfield, Thomas Gottschalk und der Dalai Lama drücken sich im Messe Congress Graz die Klinke in die Hand. Gleichzeitig schreitet die Umstrukturierung der Messeveranstaltungen zügig voran. Messeveranstaltungen wie LEBENSART, AUSTROTEC, IMPACT oder GASTRONOMIA entstehen und der Baubeginn für die 13.500 m2 große Halle 1 steht unmittelbar bevor. Schlussstrich und Aufbruch in Einem auf dem für die nächsten Jahre wohl heißesten Boden der Stadt.

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